Nur geträumt …
Hamburg, 23. August 2027 – Wahnsinn, heute habe ich bei einem 3D-Shooting jemanden kennen gelernt, der sich seit dem legendären Finanzdesaster in 2008 geweigert hat, in Sachen Computer noch irgendwas zu verändern. Ehrlich, der Typ war so durchgeknallt, der hat sein damaliges Windows XP anfangs noch alle paar Monate komplett neu installiert, um Viren und das ganze Zeug wieder loszuwerden – aber das hörte dann irgendwann auf.
Dieser Typ (Hannes) erzählte mir dann, dass es für Windows XP (unglaublich, diesen Namen nach all der Zeit mal wieder zu hören!) irgendwann keine Schadsoftware mehr gab – weil die ganzen Vieren-Autoren auf aktuelle Systeme umgestiegen waren. Auf Vista folge ja damals Windows 7, das entgegen aller Voraussagen den Grundstein für den Untergang von – wie hießen die noch – Microsoft (?) legte. Man, das waren noch Zeiten!
Das muss in der Gegend um 2012 gewesen sein. Damals hatten sich Microsoft und Google bei nahezu jeder Gelegenheit ganz furchtbar „gezofft“. Wie wir alle wissen, ließ das später nach – einfach deshalb, weil der Firma aus Redmond irgendwann das Geld ausgegangen war. Nach zwei Jahren Wirtschaftskrise (deren Gründe bis heute nie aufgeklärt wurden) und wenig erfolgreichen Produkten (niemand wollte noch für Office-Programme zahlen und kaum jemand interessierte sich für Windows 7) versetzte Google Microsoft dann über das kostenlose Betriebssystem Google-Desk Chrom OS den Todesstoß. Google-Desk Chrome OS vernetzte Internet und Desktop-Computer endgültig so eng miteinander, dass es irrelevant wurde, ob man lokale, oder webbasierte Anwendungen einsetzte.
Sicher trugen auch die zu der Zeit standardmäßig aufkommenden 1.000 MBit-Leitungen ihren Teil dazu bei, dass auch leistungshungrige Anwendungen wie Bild- oder Videobearbeitung vollständig auf Web-Application-Server ausgelagert wurden. Natürlich konnte sich damals nicht jeder die Rechenpower von rund 100 Prozessorkernen leisten, aber denen wurde dann alle 10 Minuten ein Werbefenster eingeblendet. Ich glaube, die meisten Leute kamen ganz gut damit klar.
Microsoft hatte es damals einfach versäumt, die Bedeutung und vor allem die Entwicklung des Internets richtig einzuschätzen. Das war aber kein großes Wunder, denn wenn das eigene Geschäft zum Großteil aus Betriebssystem und Office besteht, versucht man natürlich alles, um das Wegbrechen dieses Geschäftsmodells aufzuhalten.
In der Folge gingen die Aktien des ehemaligen Software-Riesen derartig in den Keller, dass eine kleinere, aber risikobereite Private-Equity-Company die Firma ohne Probleme übernahm und Stück für Stück filetierte … Inzwischen zählt Microsoft (wie auch Atari, oder Commodore) zur längst vergangenen Computergeschichte. Ich glaube einige der filetierten Bereiche sind heute halbwegs erfolgreich in anderen Branchen tätig …
Apple wäre es damals beinahe genauso gegangen. Der Unterschied bestand einfach nur darin, dass Apple schon immer auch ein Hardwarehersteller war. Als erkennbar wurde, wohin die Reise in Sachen Internet ging, hatte Apple den damaligen MobileMe-Service sehr zügig ausgebaut und später in Me-App umbenannt. Eigene Web-Application-Server ersetzten das Angebot an Desktop-Software komplett (Apple war in solchen Dingen schon immer etwas konsequenter als der Rest der Welt). Jeder Apple-Kunde kaufte mit neuer Hardware auch gleich die vollen Nutzungsrechte der auf den Web-Application-Servern liegenden Anwendungen.
Seit den alten Tagen hat sich die Gewichtung essentieller Computereigenschaften völlig verschoben. Nach der Leistung fragt heute keiner mehr – es ist ja genug da – allerdings sind die Computer verglichen mit den Vorgängern aus den alten Tagen um 2015 nicht wesentlich schneller geworden – wozu auch? Leistung kommt von den Web-Application-Servern und die bieten davon mehr, als es ein Desktop-Computer je könnte.
Ja, und heute sitze ich bei Hannes im Wohnzimmer und schaue gnadenlos fasziniert auf diesen alten Computer mit Windows XP. Allein die Startsequenz zu sehen macht mich beinahe ein bisschen wehmütig. Es folgt eine kurze Startmelodie (witzig!) und dann erscheint ein blaubunter Desktop, auf dem sich seltsam flache Bildchen (hießen die Icons?) zeigen. Ich weiß nicht mehr genau, wie man das bedient, aber ich finde es total geil, das mal wieder zu sehen.
Nostalgie ist doch einfach ein klasse Gefühl, stimmts?!
Jörn Daberkow
Ergänzende Links

25. Februar 2009 um 16:02 Uhr
Geil! Die Story nehme ich Dir voll ab!
25. Februar 2009 um 16:04 Uhr
He, he, he …
25. Februar 2009 um 16:36 Uhr
Joern,
wenn Du so weitermachst werden sie Dich wegen Hellseherei irgendwann einbuchten
Gruss
Joerg
25. Februar 2009 um 16:37 Uhr
Ach, noch ne Frage so am Rande.
Wieso machst DU eigentlich auf Apfelwahn Werbung für Micro… wie hiessen die noch gleich, damals
?
25. Februar 2009 um 16:39 Uhr
“wenn Du so weitermachst werden sie Dich wegen Hellseherei irgendwann einbuchten”
Bitte nicht!
Außerdem habe ich nichts damit zu tun, das war meine Konsequenzen-Suchmaschine Orakel!
25. Februar 2009 um 18:16 Uhr
Merkwürdig, daß Dich schon XP nostalgisch werden läßt. Was wäre erst, wenn Dir jemand mit einer Sammlung alter Macs über den Weg laufen würde?
25. Februar 2009 um 18:22 Uhr
wie?
“bei Hannes im Wohnzimmer”
“Hoppla jetzt komm ich” ist wieder an Bord?
Der wird uns alle vor dem Untergang retten!
25. Februar 2009 um 18:29 Uhr
@Edgar,
das ist mir schon passiert! Da bricht bei mir die völlige Verzückung aus! Allerdings habe ich keine Ahnung, wie es sein wird, wenn ich so ein Erlebnis in 2027 haben werde.
Jörn