Einen Big Mac bitte. Aber gerne, macht dann 625 Euro …

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Hamburg (2 Jahre in der Zukunft) – Der Tag versprach langweilig zu werden. Da mir nichts besseres eingefallen war, hatte ich mich bei McDonald’s ans Fenster gesetzt und mir vom ganzen Geld aus meinem Rucksack einen Kaffee gegönnt. Nicht, dass mir dieser Kaffee besser als damals mein eigener schmecken würde, aber ich wollte gern ein bisschen unter die Leute und gucken, wie die Stimmung so war …

Vor ungefähr 2 Jahren hatten sich die Ereignisse überschlagen und nachdem die Wertpapier- und Sonstwas-Blase mit einem aus heutiger Sicht leisen „Puff“ geplatzt war und auch das Geld der gesamten EU nicht ausgereicht hatte, um jede systemrelevante Bank vor dem Untergang zu retten, folgte dann der richtige Knall – sozusagen die Mutter aller „Explosionen“ … Rückblickend betrachtet war es mehr eine Kette von Explosionen und jede einzelne davon trieb ein ganzes Land in den Ruin.

Als erstes ging Island bankrott. Die eher halbherzigen Versuche, dieses Land vor dem finanziellen Untergang zu retten zeigten schon die generelle Marschrichtung. Jede Regierung versuchte im eigenen Haus zu retten, was zu retten war und so war Island nur der Anfang vom Ende. Auf Island folgte Irland und als dann auch noch das altehrwürdige Empire England Irland finanziell geradewegs über die „Cliffs of Moher“ folgte, war das wie ein virtueller Dammbruch, der letztlich dazu führte, dass die komplette EU zahlungsunfähig wurde. All das dauerte nicht mal 3 ganze Monate.

Nun, zumindest die deutsche Bevölkerung besann sich auf ihre Tugenden und begann wieder mit dem Tauschen. Jeder einzelne von uns wurde so zu einem Geschäftsmann (oder Frau) und als man sah, dass auch das irgendwie funktionierte, war das für viele wie ein Wirtschaftswunder im Kleinen. Jeder begann mehr oder weniger von vorne und man musste schon genau gucken, welche Talente man geschickt auf dem plötzlich gar nicht mehr so großen Markt anbieten konnte. Ja, die Zeiten der Globalisierung waren erstmal vorbei. Die großen Containerschiffe rosteten in den Häfen der Welt vor sich hin und zumindest in Hamburg erinnerte sich der eine oder andere noch mit einer Prise schwarzem Humor an alte DDR-Witze im Zusammenhang mit Bananen … Sei‘s drum, ich würde eine Stunde lang irgendwo den Hof fegen, um mal wieder eine zu essen.

Scheiße, irgendwie hatten wir damals echt ‘ne geile Zeit.

Jörn Daberkow

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Autor: joern

Fotografie und Musik sind ein substanzieller Teil meines genetischen Codes und keine freie Entscheidung.

8 Kommentare

  1. Irgendwie frustrierend … und vieleicht gar nicht so unrealistisch. Hat jetzt eigentlich der Kapitalismus versagt? Ob die angedachten Kontrollmechanismen wirklich ausreichen? Tja, sozialistische Staaten hingegen sind ja auch nicht gerade zum Vorzeigen.

    Komisch übrigens: Beim Lesen des Artikels mußte ich an Blade Runner denken. Ewig dunkel, immer Regen und ständig dieses chinesische Gedudel. Wer weiß, was noch kommt … :-) )

  2. Ich tausche einen gebrauchten Kühlschrank gegen 120kW-Stunden Strom und 3 Tage WLAN-Flat.

  3. ist ja ein knüller- ich hab gestern abend schon mal kurz angefangen mit dem tauschen. fred war zu besuch.er hat einen brandneuen tv mit flachbildschirm, den er nicht mehr braucht, ist ca. 5 stunden gelaufen. ich hab ihn gegen ein foto auf leinwand (60 x 60) eingetauscht- nun hat er ein bananenblatt foto und ich ein schlafzimmer tv.
    freu freu freu…

  4. Hey Karin,

    herzlichen Glückwunsch! Klingt nach einem guten Geschäft! :-)

    Jörn

  5. du jörn, ich glaub ich hab grad herausgefunden, warum du immer schon soooo früh müde bist.deine uhr im blog geht ne stunde vor. grins…….. bei mir ist es jetzt grad 19.20 uhr
    oder bist du ein winterzeitverweigerer??
    jo- das geschäft hat sich gelohnt :-) ))
    lg karin

  6. Das mit der Uhr weiß ich schon ‘ne ganze Weile – ich bin zu faul, mich darum zu kümmern. :-(

  7. die ansage ist gut- keine fadenscheinigen ausreden- so isses, smile!

  8. Für Ausreden bin ich schon zu alt.
    :-D

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