Ein abgedunkelter Raum – irgendwo, irgendwann. Eine Stimme fragte in das Halbdunkel: “Wie viel Geld willst du verdienen?” Eine andere Stimme antwortete halb belustigt, halb provozierend „Eine Billion Euro“! Wenn der Unbekannte über diese Antwort überrascht war, ließ er sich das nicht anmerken, denn ohne einen Hauch von Emotionen antwortete er „So soll es sein“. Plötzlich war das Zimmer wieder leer …
Wenige Monate später – derselbe Raum. Beide Männer hatten sich nie zuvor gesehen, aber sie wussten um ihre herausragende Position. Wenn sie eine Entscheidung trafen, hatte das immer globale Auswirkungen. Keiner von beiden machte je einen Scherz und beide Männer hatten gelernt, in langen Zeiträumen zu planen. Dennoch war ihre Position nicht gleich. Der eine der beiden war auf der Suche nach einem Nachfolger und dieser Nachfolger sollte anhand eines „Gesellenstücks“ seine Eignung für den „Job“ beweisen.
„Ich weiß jetzt, wie es gehen kann“. Gesprächspartner Nummer 1 (nennen wir ihn Michael) trat überrascht aus dem Halbdunkel hervor: „Ist das wahr“? Selbstverständlich war das eine rhetorische Frage, aber allein die Tatsache, dass hier eine rhetorische Frage gestellt wurde, zeigte dem Eingeweihten, um welche Dimensionen es hier ging. Nummer 2 (nennen wir ihn Tom) trat nun ebenfalls aus dem schützenden Halbdunkel heraus, hielt seine Augen aber weiterhin von einer tiefschwarzen Sonnenbrille bedeckt. Beide waren in schlichte, aber edle Anzüge gekleidet. „Ja, es ist ganz einfach“. Michael schwieg abwartend, denn hier bedurfte es keiner Fragen. Tom sprach weiter: „Ich kenne 6 Männer in entscheidenden Positionen, auf die viele andere hören. Wir werden jetzt ein hübsches Wertpapiergebäude errichten, das durch keine realen Werte gedeckt ist. Jeder wird auf dieses nette kleine Geschäftsmodell aufspringen und die Gier wird so groß sein, dass wirklich jeder bis zur letzten Station mitfährt. Wir müssen nur darauf achten, dass bestimmte Banken nicht zu früh aussteigen – und, dass der Schuldenberg groß genug wird. Dann bleibt den Regierungen der Welt nichts anderes übrig, als unsere Gewinne, die ja durch keine realen Gegenwerte abgesichert sind, in echte Gewinne zu verwandeln, denn Schulden müssen nun mal bezahlt werden. So wird aus Spielgeld sehr schnell reales Geld – deine Billion“.
Michael drehte sich wortlos um und ging. Zwischen ihnen war alles gesagt und diese Idee würde funktionieren.
5 Jahre später wurden erste Milliardenbeträge zur Rettung der Banken mobilisiert.
Jörn Daberkow
Ergänzende Links

24. Februar 2009 um 21:53 Uhr
Woher wollen wir eigentlich wissen, dass es sich nicht so zugetragen hat?
Mehr und mehr macht sich bei mir der Eindruck stark, dass die verachtenswerten Berufe Topmanager, Staranwälte, jede Form von Makler (Versicherungen, Immobilien, Finanzen, …) und natürlich Politiker sind. Ausnahmen mögen die Regel bestätigen.
Wenn Jörn in der nächsten Zeit etwas passiert, was wir nicht hoffen wollen, oder er von Abmahnungen übermannt wird, dann wissen wir Bescheid …
24. Februar 2009 um 22:07 Uhr
Na danke, das sind ja nette Aussichten … Vielleicht sollte ich meinen Artikel lieber wieder löschen?
25. Februar 2009 um 20:04 Uhr
No way, buddy! Ich werde dich rächen!
Ich mein, du hast dann zwar nix davon, aber du bist dann ein Mehrtürer… ähm Märtyrer. Und ich sterbe im Kugelhagel der Spezialeinheiten, schätz ich.
Man man man, ich sollte weniger Äkschnfilme kucken.
25. Februar 2009 um 20:09 Uhr
Lach!